Pressemitteilung zum Dockkoog

Pressebericht; Die Wählergemeinschaft (WGH) hat sich für die Verstärkung der bestehenden Deichlinie am Dockkoog entschieden

Eine so komplexe und in die Zukunft gerichtete Entscheidung braucht Zeit. Die haben wir uns genommen, Vorträge besucht und Berichte bewertet.

Wir haben uns darauf konzentriert, die Vor- und Nachteile einer Verstärkung des vorhandenen Deiches gegenüber der Hallig-Lösung mit der dann neuen, aber auch einzigen, Deichlinie am Porrenkoog zu bewerten. Gleichzeitig waren auch die touristische Nutzung sowie die Risiken und die mögliche finanzielle Dauerbelastung für die Stadt zu beurteilen.

Für eine Verstärkung der bestehenden Deichlinie benötigt man mehr Grundfläche, so dass das bestehende Hotel abgerissen werden muss. Insgesamt gehen 1,2 Hektar verloren. Der Rest reicht nicht mehr für ein neues Hotel, einen Parkplatz sowie den Campingplatz. Eine Einrichtung muss weichen. Wobei der Parkplatz unverzichtbar ist. Dieser Flächenverlust ist ein Nachteil für die zukünftige touristische und damit wirtschaftliche Nutzung. Ein Ausgleich kann nur durch eine Erweiterung im angrenzenden Landschaftsschutzgebiet erfolgen.

Bei der Hallig Variante wird die heutige vordere Deichlinie abgetragen. Das Material wird für die Verstärkung des neuen Porrenkoog- Deiches vom Sperrwerk in Richtung Schobüll und für die Hotel- Warft eingesetzt. Das Gebiet vor dem neuen Deich, also der jetzige Dockkoog, wird dann zweimal am Tag überflutet. Das in früherer Zeit dem Meer abgerungene Marschland wird aufgegeben. Dadurch soll die gesamte Fläche ökologisch aufgewertet werden. Die Infrastruktur dort muss der Nordsee weichen. Als Ersatz wird eine Warft von vier Hektar Grundfläche aufgeschüttet. Husum wird dann Eigentümer dieser Warft. Auf der kann dann ein Parkplatz und ein Hotel errichtet werden. Diese Hallig-Variante sehen Befürworter als ein „Leuchtturmprojekt“ und dadurch soll Husum als Tourismusort besonders hervorgehoben werden.

Die Zufahrt zur Warft und der Dockkoogspitze erfolgt dann ab Sperrwerk auf dem jetzigen Deich entlang der Hafenzufahrt. Dieser Deich wird abgeflacht und mit einer Straße zur Dockkoogspitze und der Warft versehen.

Bei dieser Lösung ist das Land nur noch für den verstärkten Schutzdeich Porrenkoog zuständig. Für fast alles, was davor liegt (Warft, Brücken, Gebäude, Straße, Parkplatz) wäre die Stadt verantwortlich. Die gesamte Fläche um die Warft herum bis zum Sperrwerk ist dann Ebbe und Flut ausgesetzt. Bereits bei „normalen“ Sturmfluten sind größere Schäden zu erwarten. Von schweren Sturmfluten ganz zu schweigen. Wir wissen aus jahrelanger Erfahrung an der Dockkoogspitze (ehemaliges Freibad), welche Betriebs- und Unterhaltungskosten uns dort bei größerem Hochwasser entstehen. Mit der Hallig werden sich diese wesentlich erhöhen. Ob sich ein Investor für ein Hallig-Hotel findet, kann zurzeit auch niemand sagen

Diese Unwägbarkeiten und finanziellen Risiken sind für die Stadt zu hoch. Dies sind Gründe, warum sich die WGH nicht für die interessante Variante „ Hallig“ sondern für eine Verstärkung der bisherigen Deichlinie entschieden hat.

Bei dieser Lösung könnte hier wieder ein Hotel errichtet werden. Aber auch ein attraktives Restaurant (mit Meerblick) sowie einen Campingplatz/Parkplatz sind möglich. Alternativ könnte ein neues Hotel auch in Höhe des Sperrwerkes oder auch weiter stadteinwärts gebaut werden. Hier sind die Pläne möglicher Investoren entscheidend.

(Wir bedanken uns bei der Projektgruppe Dockkoog für den qualitativ hochwertigen Abschlussbericht mit den Varianten sowie für das außergewöhnliche Engagement aller Beteiligten. )

Die WGH hat sich gegen diese Halliglösung entschieden

 

Abbildung 13: Lageplan von Leitvariante 3 („Husumer Hallig“).

1) Verstärkter Porrenkoog-Deich

2) Hotel auf Warft

3) Parkplätze

4) Bohlenweg

5) Fuß-/Radweg

6) Lagune

7) Badesteg

8) Beobachtungshütte

9) Zuwegung zur Dockkoogspitze