Wählergemeinschaft

Husum

Jahresabschluss 2017

Plus von 4,5 Millionen Euro: Husum ist finanziell gut aufgestellt | shz.de

Rüdiger Otto von Brocken

 

 
Der Jahresabschluss 2018 werde auch einen Überschuss ausweisen, so Rita Petroll vom Rechnungsprüfungsamt.
 
Das Rechnungsprüfungamt bescheinigt der Stadt eine solide Ausgangssituation – mahnt aber auch zur Vorsicht.
 

Husum | Jahresabschluss 2017: „Manche Kommunen wären froh, wenn sie den von 2015 schon in den Händen hielten“, sagte Horst Bauer, Fraktions-Chef der SPD in der jüngsten Stadtvertretersitzung. Ein ausdrückliches Lob an das Rechnungsprüfungsamt, „dass ja, anders als der Name es vermuten lässt, keine große Abteilung ist, sondern aus nur zwei Köpfen besteht“. 

Es sollte nicht die einzige gute Nachricht bleiben, denn einer dieser beiden Köpfe, Rita Petroll, wartete ebenfalls mit Positivem auf. So sei in 2017 ein Haushalts-Überschuss von annähernd 4,5 Millionen Euro erzielt worden. Wenn man bedenke, dass die ursprüngliche Haushaltsplanung von einem Fehlbetrag über annähernd 400.000 Euro ausgegangen sei, „ist das ein sehr ansehnliches Ergebnis“, referierte die Rechnungsprüferin.

Verbindlichkeiten von 26,6 Millionen Euro

Maßgeblich dafür verantwortlich seien unter anderem höhere Erträge bei der Gewerbesteuer gewesen. „Zum Jahresende wurden Verbindlichkeiten in Höhe von 26,6 Millionen Euro bilanziert.“ „Davon seien 25,4 Millionen Euro langfristige Schulden für Investitionen, führte Petroll aus.

Positiv schlage auch zu Buche, dass die Netto-Neuverschuldung durch Tilgungen in Höhe von fast zwei Millionen Euro zurückgegangen sei. Und der Zuwachs von 368 Einwohnern habe seinen Teil dazu beigetragen, dass  die Pro-Kopf-Verschuldung einen dreistelligen Betrag nur knapp verfehle.

Die liquiden Mittel der Stadt hätten um 5,7 Millionen Euro zugenommen, damit sei die Gesamtzahl dieser Mittel zum Jahresende auf beinahe 30 Millionen Euro angewachsen. Dem standen 2017 3,3 Millionen Euro an Investitionen gegenüber. Größter Posten: Grunderwerb für den Wohnungsbau. Einige Investitionen – wie die Anschaffung der neue Drehleiter für die Feuerwehr – seien allerdings ins Folgejahr verschoben worden. Die Größenordnung insgesamt: 5,7 Millionen Euro.

Wenn ich jedoch die lange Liste der für die kommenden Jahre vorgesehenen Investitionen betrachte, sehe ich den Haushaltsausgleich in der Zukunft eher skeptisch. Rita Petroll, Rechnungsprüfungsamt

 

Das klang alles sehr gut, doch zum Ende ihres Berichts goss Petroll doch etwas Wasser in den süßen Wein: „Bei einem Jahresüberschuss  von 4,5 Millionen Euro, einer Liquidität von fast 30 Millionen Euro und einer Eigenkapitalquote von 42 Prozent könnte man meinen, dass die Stadt Husum keine finanziellen Sorgen hat“, sagte sie.

Zumal wohl auch der Jahresabschluss 2018 einen Überschuss ausweisen werde. Wenn sie jedoch die lange Liste der für die kommenden Jahre vorgesehenen Investitionen (wie zum Beispiel das neue Hallenbad) betrachte, „sehe ich den Haushaltsausgleich in der Zukunft eher skeptisch.“

 

Petroll : Haushaltskonsolidierung wird wieder Thema

 

Diese Zukunftsprojekte seien gut und wichtig für die Stadt. Aber es müsse auch damit gerechnet werden, dass ihre Umsetzung „die Liquidität abschmelzen und die Verschuldung deutlich ansteigen lässt“, mahnte Petroll. Das betreffe im Übrigen nicht nur die reinen Vorhaben, sondern auch deren Folgekosten, „die unseren finanziellen Spielraum in der Zukunft einengen werden.“

Abschließend stellte die Rechnungsprüferin in Aussicht, „dass wir uns früher oder später wieder mit dem Thema Haushaltskonsolidierung werden befassen müssen.“

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